Aufführungen der Gruppe A

Aufführungen der Gruppe A (5)

Das HSTT ist in zwei Blöcke unterteilt, die sich vor allem aus dem Alter der Spielenden ergeben. 5 Gruppen bilden den Block A des Festivals, 5 weitere den Block B. Dazwischen liegt der Festakt.

Sonntag, 16 Juni 2019 18:42

A5 Im Kühlschrank brennt noch Licht

Wenn das Essen zum Leben erwacht

 Das Stück 'Im Kühlschrank brennt noch Licht' des Theatermoduls der Max-Kimsee-Schule beeindruckt das Publikum mit selbstgemachten Kostümen, Requisiten und selbst komponierten Liedern. Inhaltlich handelt es vom Zusammenleben der Lebensmittel, wenn die Kühlschranktür geschlossen ist.

Die Schauspieler unterhalten mit Videos und Livedarstellungen, die einander ergänzen, und die Vorstellung zu einem einmaligen Erlebnis machen. Zum Beispiel erfährt man die Geschichte eines zurückgelassenen Schokonikolaus', während auf die Wand ein kleiner Comic projiziert wird oder lernt die Leberwurst kennen, die in kein Fach so wirklich reinpasst.

Mit viel guter Laune und Kreativität wird dem Zuschauer nahegebracht, dass auch wenn die Türen geschlossen sind, im Kühlschrank noch Licht brennt, was mit Standing Ovation vom Publikum honoriert worden ist.

Sonntag, 16 Juni 2019 18:14

A4 Antigone - Revisited!

Antike, Moderne und Antigone

Die Inszenierung „Antigone - Revisited!“ der Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums aus Frankfurt-Höchst schickt den klassischen Stoff von Sophokles’ „Antigone“ durch eine Zeitreise. Das Stück beginnt im antiken Setting mit Gewändern und Masken, wobei es sich im Laufe der Handlung bis in das Social-Media Zeitalter bewegt.

Für uns als Zuschauer wirkt das Stück gleichermaßen beängstigend wie Mitleid erregend. Einerseits wird die einschüchternde Wirkung durch das Auftreten des Ensembles im Stil einer Gang erzielt. Andererseits wird dem Zuschauer die Figur der Antigone emotional näher gebracht, indem die Motivation für ihr Handeln verdeutlicht wird.

In Erinnerung bleiben besonders die starken Bilder des Stücks, die emotional tiefgehenden Monologe und die chorisch exzellent getimten Momente. Das Bild von Antigone aus der Antike funktioniert auch in der Gegenwart erstaunlich gut.

Lotte & Niklas

 

Interview

Drei Tage, Schüler und Schülerinnen aus den Klassenstufe 9 bis 12 und die besten Theaterstücke aus ganz Hessen. Genau das beschreibt das diesjährige Hessische Schultheatertreffen.

Eins dieser in vielerlei Hinsicht beeindruckenden Theaterstücke führte der Darstellendes Spiel-Grundkurs des Abiturjahrgangs des Friedrich-Dessauer-Gymnasiumsaus Frankfurt am Main in Schlitz auf.

Das Journalismus-Team des HSTT, das die Theaterstücke mit der Kamera aufnimmt und den Blog aufrechterhält, hat die Kursleitung Uta Miehe sowie die Schülerin Rümeysa Özdem um ein Interview gebeten und sie über das Theaterprojekt „Antigone - Revisited“, das in der Antike bis hin zur heutigen Zeit spielt, befragt.

Auf die Frage, wie sie auf die Idee für das Stück gekommen sind, antworten sie, dass Uta Miehe den Schüler*innen die Geschichte der Antigone vorgestellt hat und sie sich dafür entschieden haben. Frau Miehe hat den Schülern außerdem auch die HSTT vorgestellt, worauf sie einstimmig entschieden haben, sich zu bewerben trotz des Abiturstresses. Die darauffolgende Zusage hat für den positiven Stress gesorgt, wie Uta Miehe gerne sagt. Wochenenden wurden geopfert, aber alles zahlte sich am 16.Juni aus, denn das Friedrich-Dessauer-Gymnasium lhat eine beeindruckende Performance hingelegt.

Rümeysa Özdem hat dem Journalismus-Team ebenfalls mitgeteilt, dass sie den bisherigen Aufenthalt genossen hat, genauso wie die Atmosphäre in Schlitz, eine kleine Stadt in der Nähe von Fulda. Uta Miehe ist zudem sehr angetan von den davor aufgeführten Stücken.

 Eines der besten Theaterprojekte aus Hessen, aufgeführt von Schülern und Schülerinnen aus Frankfurt und eine eindrucksvolle Aufführung. Herzlichen Glückwunsch!

 Abdia Haji 

Sonntag, 16 Juni 2019 11:51

A3 Die Räuber

Die Räuber reloaded – Altbekanntes in neuem Gewand

Die Räuber von Friedrich Schiller, gespielt von 16 Schülerinnen und Schülern der Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule in Homberg/Efze – ein bekanntes Stück, von dem man eigentlich nicht viel Neues erwartet. Was die Zuschauer dann aber zu sehen bekommen, ist eine sehr moderne Umsetzung mit vielen chorischen Elementen, Rollensplitting, Rollenswitching und Interaktion mit dem Publikum. Auch choreografisch und musikalisch bekommt das Publikum einiges geboten – bis hin zum Einsatz eines wertvollen Konzertflügels.

 Als unerfahrener Zuschauer muss man sehr aufmerksam bleiben, um dem Stück gut folgen zu können. Die Schülerinnen und Schüler wechseln fließend ihre Rollen, teilweise sogar mitten im Satz, und der Protagonist ist durchgängig nur an einer Krawatte erkennbar. Sobald man sich aber an die Darstellung gewöhnt hat, fängt das Stück an, viel Freude zu bereiten.

 Man sieht, wie filigran die Szenen aufeinander abgestimmt sind, wie harmonisch die chorischen Elemente zusammenwirken und wie nahtlos die Inszenierung funktioniert. Das Ensemble agiert mit hoher Energie, die sich auf das Publikum überträgt und die Emotionen der Figuren kommen spürbar an. Nach 45 Minuten findet das Stück sein dramatisches Finale und das Publikum bedenkt die Inszenierung mit viel Applaus.

 Leonie & Maria

Samstag, 15 Juni 2019 15:10

A2 ICH und ich?

Publikum, Ensemble und ich?

Das Stück der Albert-Einstein-Schule aus Groß-Bieberau klingt vielversprechend: „ICH und ich“ - erfahre ich endlich wie ich sein muss? Mal sehen, was die Schauspieler mir so erzählen. Dann der große Schock, ich bekomme keine Antworten, sondern stattdessen Fragen und das Publikum ist mitten im Stück. Diese spezielle Form des Theaters - auch Performance genannt - zeichnet sich dadurch aus, dass oft nur das Setting gegeben ist und die Schauspieler immer sich selbst und keine Rollen spielen. Weiterhin wird vieles während der Inszenierung improvisiert und häufig das Publikum mit einbezogen.

Darüber schwebt meist ein bestimmtes Thema - in diesem Stück ist das die Selbstfindung und die Manipulation der Selbstwahrnehmung durch Social-Media. Wer bin ich? Soll ich zeigen wer ich bin? Darf ich so bleiben wie ich bin? Bin ich so gut wie ich bin? Wer sagt mir wie ich sein muss?

Das Thema der Aufführung wird durch kontinuierliche Fragen und Interaktionen mit dem Publikum erarbeitet. Dabei kommt immer wieder ein selbstverliebter Narziss - ursprünglich aus der griechischen Mythologie - projiziert auf unser heutiges Selbstbild und unsere Gesellschaft vor. Besonders spannend für uns war dabei die aufgeschlossene und selbstbewusste Reaktion des Publikums auf die immer wieder aufkommenden Fragen und Interaktionen. Die Botschaft, die das Ensemble am Ende transportieren möchte lautet, „FUCK OFF!“ an alle externen Beeinflussungen.

An der gelungenen Inszenierung war für uns besonders interessant, dass das Stück auf Fragen aufmerksam macht, die man im Alltag und im Umgang mit sozialen Medien eher verdrängt, anstatt das eigene Verhalten zu hinterfragen. Auch dies ist ein Merkmal des modernen Performance-Theaters, es wirft mehr Fragen auf, als es für den Zuschauer beantwortet.

Niklas, Amelie

Samstag, 08 Juni 2019 14:28

A1 Kartoffelkanaken

Kartoffeln, Kanaken, Menschen?

 „Wir sind alle Menschen“, so lautet die Botschaft des Stücks „Kartoffelkanaken“, aufgeführt vom Darstellenden-Spiel-Kurs der Carl-Schomburg-Gesamtschule aus Kassel. Es handelt von der Integration verschiedener Kulturen in Deutschland. In dem Theaterstück werden Vorurteile und das Zusammenleben von „Kartoffeln“ (Deutschen) und „Kanaken“ (Ausländern)  geschildert. Die Idee für das Stück entstand durch die interkulturellen Verhältnisse innerhalb des Kurses.

 Das Besondere an der Aufführung ist der persönliche Bezug der Schülerinnen und Schüler zu den gezeigten Inhalten. Die biographische Aufführung beginnt mit der Darstellung der „Flucht“ aus den Heimatländern der Schüler, wie Syrien, Mazedonien, Afghanistan, Portugal, Türkei und Bosnien. 

 Das Publikum bedenkt die Inszenierung mit großem Applaus. Besonders positiv aufgenommen werden die humorvolle Darstellung der deutschen Bürokratie, der Einsatz vieler verschiedener Landessprachen und die Vorurteile über die Deutschen selbst. Uns persönlich hat das Stück an das gestrige Abendessen erinnert - es gab Kartoffeln mit Quark. Zumindest werden hier in Schlitz die Klischees gegenüber den Deutschen erfüllt.

 Leonie & Beyza